Meine Philosophie

Der Kern hinter all unserem Tun bzw Nicht-Tun sind unsere (un)erfüllten Bedürfnisse. 

Und auf dieser Basis-Ebene treffen wir uns, v.a. beim Aushandeln von Kompromissen, um den Spagat zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen zu meistern.

Genau genommen könnten wir alle mit dieser respektvollen Grundhaltung auch ausnahmslos allen anderen Lebewesen unseres Planeten gegenübertreten. Egal wie groß oder klein, egal wie häufig und egal in welchem Ökosystem sie zu Hause sind.

Denn jedes einzelne Individuum - egal welcher Art - hat auf diesem Planeten genau die selbe Existenzberechtigung wie wir. Einfach weil es existiert. Und ein jedes davon hat Bedürfnisse, genau wie wir.

Dies zu respektieren, führt mindestens zu friedlicher Co-Existenz ("Leben und leben lassen"), bis hin zur Symbiose, d.h. sich gegenseitig zu unterstützen.

Das Gegenteil dieser Haltung ist Krieg. Gegen alle Lebewesen, die man als störend oder nicht lebenswert erachtet. Und jeder Krieg ist einer zuviel.

Oft ist aber nicht die Situation an sich das Problem, sondern wie wir sie bewerten.

Angewandt auf das Ökosystem (Nutz)Garten mit Mensch, heißt das Folgendes:

Wenn wir z.B. auf kranke Pflanzen, das massenhafte Auftreten von "Schädlingen" oder "Unkraut" nicht rein symptomatisch mit der synthetischen Chemiekeule reagieren, sondern stattdessen nach den Ursachen dafür fragen, ergeben sich daraus ganz andere Handlungsoptionen. 

Die Frage nach den unerfüllten Bedürfnissen der beteiligten bzw. betroffenen Lebewesen (incl. uns Menschen) ist auch hier der Schlüssel. Und ebenso der Kompromiss, der all diese Bedürfnisse unter einen Hut bringt.

Und diese Handlungsalternativen richten im Gegensatz zur Chemiekeule - wenn überhaupt - deutlich geringere Kollateralschäden an unseren Gemeingütern (z.B. Boden, Wasser, Luft) an und sind dennoch erwiesenermaßen wirksam.

Und vom Zustand unserer Gemeingüter hängt indirekt unsere Gesundheit und damit maßgeblich unsere Lebensqualität ab (Denn "Du bist, was du ißt."). Und ebenso diejenige unserer Kinde(skinde)r. Wir alle sind dafür verantwortlich, ihnen keine vergiftete, verwüstete Erde zu hinterlassen!

Zentrale Elemente meiner Arbeit sind darum

  • vorbeugender Pflanzenschutz durch standortangepasste Arten- bzw. Sortenwahl, Reihenmischkultur, Fruchtfolge und Berücksichtigen von Mikroklimata
  • Fördern der wichtigsten Helfer im Garten: Bienen und andere bestäubende Insekten, Bodenlebewesen sowie Freßfeinde von "Schädlingen"
  • Schutz des Bodens vor Erosion, v.a. mittels Gründünger, Untersaaten und/oder Mulchen
  • den Boden nur lockern statt umzuspaten oder zu fräsen
  • sinnvolle Regenwasserbewirtschaftung
  • Kreisläufe schließen wo immer möglich, dh. möglichst viel wiederverwenden, Kompostwirtschaft, insgesamt minimaler Input, minimaler Müll
  • durch kluges Anordnen von Gartenelementen und -Bewohnern maximal viele Synergieeffekte / Win-Win-Situationen zu schaffen
  • Erhalt alter/seltener Sorten/Arten durch z.B. fachgerechte Pflege und Pflanzung von Obstgehölzen

Dies alles trägt spätestens mittelfristig zu einer deutlichen Einsparung an Zeit- und Materialaufwand sowie laufenden Kosten bei und führt zu gesünderen, wiederstandsfähigeren Pflanzen sowie höheren und geschmacklich und gesundheitlich hochwertigeren Ernteerträgen.

Für den Erhalt bzw. die Regeneration unserer Gemeingüter sind wir alle gleichermaßen verantwortlich und ausnahmslos jeder Einzelne von uns kann seinen Teil dazu beitragen. Und zwar vollkommen unabhängig von seinem Budget (ich spreche da aus eigener Erfahrung). Denn wo ein Wille, da ein Weg. Und wenn man auf dem ersten nicht ankommt, dann gibts immer noch 999 andere Wege nach Rom.